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Eltern plötzlich Pflegefall: Was jetzt zu tun ist

Von Vessela Tentchev · Stand: November 2026

Ein Sturz, eine Diagnose, ein Anruf aus der Klinik. Plötzlich ist nichts mehr wie vorher, und Sie sollen innerhalb weniger Tage vieles entscheiden. Atmen Sie durch. Sie müssen nicht alles auf einmal lösen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die ersten Schritte in einer ruhigen Reihenfolge.

Was ist jetzt als Erstes zu tun?

Drei Dinge zuerst: den Pflegegrad beantragen, sich kostenlos beraten lassen und die Versorgung für die nächsten Wochen sichern.

Alles andere kann warten. Diese sieben Schritte helfen Ihnen, den Überblick zu behalten:

•1. Pflegegrad beantragen: Ein Anruf, eine E-Mail oder ein kurzer Brief an die Pflegekasse genügt. Leistungen gibt es ab dem Monat des Antrags. Lassen Sie sich den Eingang bestätigen.

•2. Kostenlose Pflegeberatung nutzen: Ihre Pflegekasse oder ein Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe berät Sie neutral zu allen Leistungen.

•3. Im Krankenhaus den Sozialdienst ansprechen: Er hilft bei Hilfsmitteln, Rezepten und der Planung der Zeit nach der Entlassung.

•4. Vollmachten klären: Gibt es eine Vorsorgevollmacht, eine Patientenverfügung, eine Bankvollmacht? Wenn nicht, lassen Sie sich dazu beraten, zum Beispiel bei einem Notar, einem Anwalt oder einem Betreuungsverein.

•5. Die Wohnung sicher machen: Stolperfallen entfernen, Licht in der Nacht, eventuell ein Hausnotruf. Für Umbauten wie eine bodengleiche Dusche gibt es einen Zuschuss der Pflegekasse.

•6. Die Versorgung organisieren: Was übernimmt die Familie, was ein ambulanter Pflegedienst, was eine Betreuungskraft im Haushalt?

•7. An sich selbst denken: Berufstätige können sich in einer akut eintretenden Pflegesituation bis zu zehn Arbeitstage freistellen lassen. Die Einzelheiten klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber und der Pflegekasse.

Steht die Entlassung aus dem Krankenhaus kurz bevor? Mehr dazu in unserem Ratgeber Betreuung nach dem Krankenhaus.

Wie schnell entscheidet die Pflegekasse?

In der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen nach dem Antrag.

Liegt Ihr Angehöriger im Krankenhaus oder in der Reha und wird die Begutachtung dort gebraucht, um die Versorgung danach zu sichern, gelten kürzere Fristen. Hält die Pflegekasse die Frist nicht ein, steht Ihnen in vielen Fällen ein Ausgleich zu. Sind Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Der Pflegestützpunkt hilft Ihnen dabei.

Gut zu wissen: Laut Entwurf der Pflegereform 2027 werden Anträge, die bis zum 31. Dezember 2026 bei der Pflegekasse eingehen, noch nach den heutigen Regeln begutachtet. Beschlossen ist die Reform noch nicht.

Muss ich die Pflege meiner Eltern bezahlen?

In den meisten Fällen nicht. Seit 2020 können Kinder vom Sozialamt erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von mehr als 100.000 € zum Elternunterhalt herangezogen werden.

Zuerst zählen die Leistungen der Pflegekasse sowie das Einkommen und Vermögen Ihrer Eltern. Reicht das nicht, kann das Sozialamt mit der Hilfe zur Pflege einspringen. Über eine Änderung der 100.000-€-Grenze wird politisch diskutiert, Stand November 2026 gilt sie unverändert.

Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an das Sozialamt, einen Pflegestützpunkt oder einen Anwalt.

Kann mein Vater trotzdem zu Hause bleiben?

Oft ja. Mit der richtigen Unterstützung ist das Zuhause für viele Menschen auch bei hohem Hilfebedarf der beste Ort.

Eine Betreuungskraft lebt mit im Haushalt. Sie hilft beim Aufstehen, bei der Körperpflege, im Haushalt und ist einfach da. Medizinische Aufgaben wie Spritzen oder Verbandswechsel übernimmt ein ambulanter Pflegedienst. Beides ergänzt sich gut. In dringenden Fällen, etwa nach einer Krankenhausentlassung, ist eine Betreuungskraft oft schon nach wenigen Tagen da.

Was das kostet und welche Zuschüsse es gibt, sehen Sie auf unserer Seite Kosten der Betreuung zu Hause. Wenn Sie zwischen Zuhause und Heim abwägen, hilft Ihnen unser ehrlicher Vergleich.

Ich fühle mich überfordert. Ist das normal?

Ja. Fast alle Familien erleben die ersten Tage so.

Ich kenne dieses Gefühl auch aus meiner eigenen Familie. Als meine Mutter schwer erkrankte, standen plötzlich dieselben Fragen vor mir. Was mir geholfen hat: einen Schritt nach dem anderen gehen und Hilfe annehmen. Sie müssen das nicht allein schaffen.

Wie hilft Pflege Bavaria?

Wir hören zu, beraten Sie kostenlos und organisieren die Betreuung zu Hause, wenn sie zu Ihrer Familie passt.

•Rückruf in der Regel noch am selben Tag.

•Beratung bei Ihnen zu Hause, in der Klinik, am Telefon oder per Video.

•Eine feste Ansprechpartnerin, auch nach der Anreise der Betreuungskraft.

Damit Zuhause Zuhause bleibt.

Vessela Tentchev, Gründerin von Pflege Bavaria

Ihre Situation ist individuell. Lassen Sie uns darüber sprechen.

Vessela Tentchev

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